Montag, 5. Oktober 2009

Relax

Am Montag steckte noch immer die deutsche Zeit in uns. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir im Urlaub um 6:00 Uhr aufwachen und wach sind. Es gibt keine andere logische Erklärung. Wirklich nicht!
Da Corinna und Max nicht die deutsche Zeit in sich tragen, stehen beide etwas später auf. Endlich können wir frühstücken. Ich freue mich auf ungesundes Weißbrot. Aber bitte, was ist das? Brot mit Körner, Vollkorn und all so Zeug. O.K., kein amerikanisches Bier im Haus ist die eine Sache, aber so völlig den amerikanischen „Lebensstil“ missachten. Ich bin (kultur-)schockiert.
Egal, das Frühstück schmeckt trotzdem. Mittlerweile ist es halb zehn und wir wollen noch ins Pentagon. Vorher müssen wir noch waschen, anziehen und zur Metro fahren. Punkt halb zwölf stehen wir davor, denn wir sind mit Jerry zum Lunch verabredet. Im Pentagon. Die lassen uns sogar rein. Mit offiziellen Ausweisen dürfen wir durch die Gänge schlendern. Aber immer nur in Begleitung von Jerry.
Hinter dem Eingangsbereich sicht das Pentagon aus wie ein Einkaufszentrum. Überall sind Läden, Banken und so kram. Der Essensausgabebereich hat nicht mit einer deutschen Kantine gemein. Neben Subway, sind BurgerKing und andere Ketten vertreten. Wie entscheiden und für ein Sandwich von Subway.
Jetzt kann man etwas ganz typisches erleben. Amerikaner sind ziemlich relaxte Leute. Ob auf der Straße im Auto, im Supermarkt oder wo auch immer, alles ist relaxt. Am Futtertrog NICHT! Alles muss schnell, schnell, schnell gehen. Du hast kaum Zeit dir dein Sandwich richtig auszusuchen. Da es ja nur das Sandwich gibt, sozusagen als Grundlage, musst du auch ganz schnell die von dir favorisierten Zutaten nennen. Bei der Soße mach ich dann schlapp und will nicht mehr. Mein Sandwich schmeckt bestimmt auch so gut. Relaxen wäre auch hier angebracht. Ist doch Mittagspause. Kurz Erholen du nicht in größere Hektik verfallen.
Damit Max etwas herumlaufen kann gehen wir noch in Jerrys Büro um dort zu essen. Dies ist vollgestellt mit Geschenken. Überall liegt etwas herum.
Nach dem Mahl schlendern wir etwas durch die Gänge auf dem Weg zum 9/11 Memorial. Überall an den Wänden in den Fluren ist die amerikanische Militärgeschichte dokumentiert. Je nach Army, Navy, Air Force noch einmal ganz speziell. Im Memorial stehen alle Namen der Opfer an der Wand. Ein Kondolenzbuch ist ausgelegt und Pergamentpapier, um sich von der Wand die Namen abzupausen.
Anschließend gehen wir nach draußen, wo sich eine weitere Gedenkstätte befindet. Eine ganz offizielle, welche auch von anderen Besuchern, welche nicht ins Pentagon können, besucht werden kann.
Die Stätte ist genau an dem Ort, an dem das Flugzeug ins Pentagon geflogen ist. Jerry zeigt uns das Fenster seines früheren Büros. Genau da ist es rein. Zum Glück war er nicht da.
Dann flitzen einige dicke schwarze Autos an uns vorbei, vermutlich der Verteidigungsminister. Jerry muss nun mal wieder etwas tun und wir fahren wieder nach Hause. Max ist quengelig und geht erst einmal ins Bett. Doch auch nach seinem Mittagsschlaf bleibt er unruhig. Armer kleiner Kerl, Zähnekriegen ist nicht schön.

Der Abend rückt näher und beim zusammensuchen der Zutaten für die Pizza stellen wir fest, kein Käse im Haus. Anschie und ich machen uns zu Fuß zum nächsten Supermarkt auf den Weg. Ja, schön einkaufen. Und es gibt ganz wundervolle Dinge. So ungesunde noch dazu. Herrlich. Die Einkaufsliste wird prompt um die Sachen erweitert, die wir so tragen können, d.h. weiches, weißes Toastbrot, lecker Schokolade und Dosencola.
Als wir heimkommen ist Jerry auch da. Max geht es deutlich besser, die Pizza schmeckt und im TV läuft Dr. House. Die Dosencola hilft nicht gegen die Müdigkeit und so geht’s es bereits gegen neun ins Bett.

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