Mittwoch, 14. Oktober 2009

Dreimal die selbe Stelle

Der Tag des Abflugs ist angebrochen. Irgendwie freue ich mich auf zu Hause, die gewohnte Umgebung, die Katzen, die Schildkröten und natürlich den kleinen Mann. Andererseits würde ich gern hier bleiben, bei meiner Schwester, meinem Schwager, meinem Neffen. Doch Urlaub ist ja gerade dazu da, sich zu erholen und etwas anderes als den Alltag zu erleben. Hätte man diesen Zustand tagtäglich wäre es auch nur noch Alltag. Und das Besondere würde verloren gehen. So war auch dieser Urlaub wieder etwas Besonderes. Wir denken gerne daran zurück. Doch noch ist der letzte Urlaubstag nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil. Er wird rein Datumstechnisch der längste Tag, denn er reicht immerhin vom 14. zum 15. Oktober. Am Mittwoch fliegen wir los, am Donnerstag kommen wir an.
Der Tag startet wie fast schon gewohnt um 8:00 Uhr mit einem Frühstück. Es gibt Pancakes mit Ahornsirup. Hmm … Anschließend beginnt das Packen der Koffer. Um 10:30 Uhr ist alles gepackt und verstaut. Wir haben aber noch genau 3 Stunden bis zur Abfahrt. Und jetzt?
Corinna und Jerry brauche noch etwas zu Essen für den Zwerg, sowie einen Schlafanzug. Also machen wir uns auf den Weg nach Ft. Belvoir. An der Passkontrolle schaut der Scherheitsmensch etwas ungläubig auf unsere deutschen Pässe. Tja, Jung, man lernt immer wieder dazu. Im Commissary, dem Stützpunkteigenen Supermarkt sind Gläschen und O-Saft schnell gefunden. An der Kassen erlebt man eine schöne Parallele zu Deutschland. Was bei uns die älteren Herrschafen sind, die an der Kassen Cent um Cent aus ihrem Portemonaie zusammen suchen, sind in den Staaten ältere Herrschaften, die einen Scheck ausstellen. Beides geht gemächlich vonstatten. Bloß keine Eile. Ein Glück, wir haben keine. Auf dem Parkplatz schlägt Max, beim Versuch alleine zu laufen, der länge nach hin. Dabei landet er mit dem Kopf genau auf der Stelle, die er bereits zweimal zuvor in den letzten 1 ½ Wochen getroffen hat. Das Horn am Kopf schwillt in sekundenschnelle an. Laufen ist halt nicht einfach. Armer Zwergi.
Direkt neben dem Supermarkt ist das Exchange, das Army-Karstadt. Allerdings findet sich nicht wie erhofft ein schicker kleiner Schlafanzug für Zwergi, so dass wir unverrichteter Dinger wieder abziehen. Zu Hause angekommen ist die Zeit auch da um die Koffer einzuladen und sich auf den Weg Richtung Airport zu machen.
Der Schalter von Air France ist sofort gefunden. Die Schlange davor ist ziemlich lang und wir ärgern uns, das Check In nicht am Abend zuvor im Internet vorgenommen zu haben, denn an diesem Schalter steht niemand und so tolle Automaten wir am Flughafen Hamburg gibt es hier auch nicht. Dafür hat der nette Mann am Schalter auch mehr als eine Minute Zeit um Check In und Gepäckaufnahme durchzuführen.
Zum Abschluss gibt es noch eine Starbucks-Kaffee
und Zwergi bekommt von Tante Angela einen Luftballon mit Nemo geschenkt, der sogar in der Luft schwebt.
Die Tante ist die Beste. Jedenfalls hat der Kleinste keine Augen und keine Zeit für etwas anderes. Schon gar nicht für die Verabschiedung. Ein letztes Mal winken wir den Dreien und machen uns auf den Weg in Richtung Sicherheitskontrolle.

Hier trifft uns der Schlag. Irre viele Menschen reihen sich in zwei Schlangen ein. Ach du lieber Gott. Das Boarding beginnt doch in 30 Minuten. Das schaffen wir nie, ist unser erster Gedanke. Doch die Kontrolle ist vorbildlich organisiert. Videotafeln weisen darauf hin, was alles gescannt werden muss und dementsprechend in die Plastikbox zu legen ist. Sie schiebt sich die Reihe Meter um Meter nach vorn. Wir erreichen rechtzeitig unseren Flieger. Zwar sitzt der Großteil der Menschen schon, so können wir in Ruhe zu unserer Reihe vor.
Der Flug ist zwischendurch etwas unruhig, doch das Essen stimmt und es werden regelmäßig Getränke gereicht. Früher als geplant erreichen wir Paris, dank Rückenwind.
Kühle 1°C erwarten uns und auch sonst ist hier alles der Temperatur entsprechend. In den Staaten waren beinahe alle nett und freundlich. Vielleicht kann man es oberflächlich finden, doch einem wird meistens ein Lächeln entgegen gebracht. Es wird einem geholfen, wenn man fragend in der Weltgeschichte steht.
Doch hier in Paris ist das genaue Gegenteil. An der Passkontrolle kein „Hallo“ oder gar ein Blick. Hein Dattel quatscht mit seine Kollegen nebenan, ohne einmal den Kopf in unsere Richtung zu drehen. Während wir beim Hinflug von einem Terminal zum anderen mit einem Shuttle gebracht wurden und die Ausschilderung einen direkt zum Shuttle führte, laufen wir den kilometerlangen Weg. Rolltreppen funktionieren und funktionieren mal nicht. Irgendwie beschleicht mich auch das dumme Gefühl, dass wir bestimmt wieder einen Sicherheits-Check über uns ergehen lassen müssen, weil links und rechts Wege raus aus dem Flughafen und rein in den Pariser Morgen sind. Nach dem Gefühl den Weg über den Atlantik zu Fuß zurückgelegt zu haben, erreichen wir unseren Terminal und siehe da, eine erneute Sicherheits-Kontrolle. Eine kleine Schlange hat sich gebildet. Wir reihen uns ein. Glauben wir zumindest. Unverständliche Worte dringen an unsere Ohren. Vermutlich wollen sie sagen, stell dich am Ende der Schlange an. Wir antworten in freundlichen deutsch, dass wir das gemacht haben, denn 20 Meter Abstand zum Vordermann ist für den Normalreisenden nicht zwingend als Schlange auszumachen. Um zu verhindern, dass sich jemand zwischen sich und dem 20 Meter entfernten Vordermann drängelt ist aufrücken sehr hilfreich.
Die Schlange vor dieser Sicherheitskontrolle ist nur 1/100stel so lang wie in Washington. Doch wir brauchen genau so lange, um hinter die Sicherheitsleute in den Bereich der Gates zu gelangen. Pro Gate stehen ca. 20 Sitzplätze zur Verfügung, die natürlich schon besetzt sind. Wir können Hamburg kaum erwarten, sind völlig übermüdet, da wir bisher kein Auge zugemacht haben und stehend K.O.
Als wir um kurz nach 9:00 Uhr am Donnerstag Hamburg erreichen sind wir erleichtert. Koffer sind da, Zoll ignoriert uns. Hamburg hat uns wieder!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Heute ist Dienstag, der letzte Tag für uns. Morgen geht es zurück. Jerry ist bei der Arbeit und so überlegen wir zu Dritt was wir denn heute noch mal so machen könnten.
Da Angela unbedingt einmal auf das Washington Monument möchte und Corinna und ich dor auch noch nicht waren, machen wir uns auf den Weg nach Downtown. Mittig der Mall steigen wir aus und an der Mall entlang spazierend zum Monument zu gelangen. Max möchte gern alleine laufen und entdeckt viele Sachen. Blätter, Steine, Eichhörnchen und Zäune. Alles lenkt so herrlich ab, ist aber auch höchst interessant. Schließlich gelangen wir doch noch zum Monument, müssen dort aber feststellen, dass wir erst einmal Tickets kaufen müssen, um nach oben zu gelangen. Also auf zum Kartenverkauf. Mit Ernüchterung stellen wir fest, dass es ein ziemlich begrenztes Kontingent gibt und für alle Zeiträume für den heutigen Tag sind bereits alle Karten vergriffne. Hm… das ist ja blöd gelaufen (zu Hause im Reiseführer lesen wir dann später nach, dass es pro Tag nur eine bestimmte Anzahl an Tickets gibt).

Nun gut, schlendern wir halt die Mall entlang zum Capitol. Von den oberen Stufen aus kann man herrlich herunterschauen. Dis Mall ist recht lang und der Kleinste möchte unter allen umständen laufen. So geht es mit allerlei Stopps die Mall entlang.
Max bekommt allmählich Hunger und wir entschließen uns am Fuße des Capitol dem Kleinen seine Mahlzeit zu geben.
Angela uns ich könnten dann die unzähligen Stufen nach oben erklimmen und Fotos schießen.
Die Ernüchterung ist allerdings groß, als wir feststellen, dass der Weg nach oben seit neusten abgesperrt und bewacht ist. Keine Möglichkeit mehr, die Stufen nach oben zu gehen. Unsere Ideen klappen heute irgendwie nicht so richtig.
Bleiben wir halt unten und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Es sind über 20°C und keine Wolke ist am Himmel. Herrlicher Urlaub.
Max´s Lunch macht auch uns Appetit. Jetzt einen Kaffee und ein Sandwich. Über das iphone von Corinna suchen wir einen nahegelegen Starbucks. Mit einigen kleineren Schwierigkeiten die vor allem das Kartenlesen und die Positionsangabe betreffen, finden wir den Laden. Das Sandwich macht satt und der Kaffee schmeckt.
Wir haben jetzt aber auch keine Lust mehr und suchen die nächste Metrostation. Es geht auf dem Weg dorthin vorbei am Gerichtsviertel von D.C. und das Klientel vor den Türen sieht nicht zu einem gemütlichen Schwätzchen aufgelegt aus. In der Metro bespaßen wir Mac ordentlich in der Hoffnung, dass er im Auto einschläft. Bespaßen und ein Schlaflied in Endlosschleife sorgen für die richtige Wirkung.
Für unseren letzten Abend haben wir uns einen Besuch bei „Five Guys“ aufgehoben, dem besten Burgerladen in der Stadt. Es gibt vier Grundburger und diese können wahlweise belegt werden. Dazu gibt es Pommes und ein Kaltgetränk. Es schmeckt herrlich. Vor allem die frischen Zutaten sind ein Genuss und machen den Burger einzigartig.Gut gesättigt geht es nach Hause. Ein letztes Mal schlafen bevor es in den Flieger geht.

Montag, 12. Oktober 2009

Hot Chocolate

In den USA ist heute „Columbus Day“, somit Feiertag und für alle frei. Jerry ist zu Hause und wir können alle ausschlafen. Keine Termine oder Vorhaben am frühen Morgen.
O.K., die innere Uhr schaltet um 8:00 Uhr den Wecker an. Wir frühstücken alle gemütlich und überlegen uns wie wir den freien Tag am Besten nutzen können. Die Entscheidung fällt auf Mt. Vernon den ehemaligen Landsitz von George Washington, dem ersten Präsidenten der USA. Die Fahrt dauert nicht so lange, da Mt. Vernon am Potomac River direkt vor den Toren Washingtons liegt.

Kurz vor Erreichen des Ziels fallen uns Unmengen an Reisebussen auf, die am Straßenrand geparkt sind. Ob es eine gute Idee war am Feiertag ein beliebtes Ausflugsziel zu besuchen? Ja, durchaus. Der Eintritt ist schnell bezahlt da alle Kassen am Eingang besetzt sind. In Mt. Vernon selbst verteilt sich die Masse sehr gut, da das Gelände sehr groß und weitläufig ist. George Washington selbst war vor seiner Miltär- und Politikerkarriere Farmer. Auf Mt. Vernon befinden sich somit viele Anbauflächen und Anlagen in denen das Angebaute verarbeitet wurde. Er hat sich dabei als eine Art Pionier hervorgetan, da er immer auf der Suche nach Verbesserungen war um die Effizienz seiner Felder zu steigern. Wie zur damaligen Zeit üblich besaß auch Washington Sklaven. Insgesamt 36 verrichteten für ihn Dienste. Neben der Feldarbeit mussten sie im Stall, der eigenen Schuhmacherei oder im Haus arbeiten. All diese Gebäude sind zu besichtigen sowie die Hütten der Sklaven.
Auf dem Gelände befinden sich auch die letzte Ruhestätte, sowie eine Familiengruft.
Neben dem Hauptgebäude befinden sich diverse Nebengebäude, wie verschieden Ställe, Garagen, Schuhmacherei und andere Gebäude in denen Handwerksarbeiten verrichtet wurden. Man könnte meinen in einem kleinen Dorf zu stehen.
Einer der Höhepunkte auf Mt. Vernon ist das Wohnhaus Washingtons. Deshalb kommen alle dorthin. Wie erwähnt, es ist Feiertag und somit die Schlange am Eingang des Hauses sehr lang. Wie warten beinahe eine ¾ Stunde. Heute ist ein kalter Tag und die Kälte mach sich beim Warten besonders bemerkbar.

Trotz der länge der Schlange geht es immer schrittweise voran. In dieser Schlange bleibt man auch im Haus und wird auf diese Weise hindurch geführt. An einzelnen Punkten stehen Mitarbeiter und erklären in welchen Raum man sich gerade befindet und was in den angrenzenden Räumen zu sehen ist. Das Haus ist ein typisches Farmerhaus des 17./18. Jahrhunderts. Man bekommt Esszimmer, Schlafzimmer, sowie George Washingtons Arbeitszimmer und die Küche zu sehen.
Max ist seit geraumer Zeit quengelig und wir durchgefroren, so dass wir uns alle auf den Weg nach Hause machen, aber nicht ohne vorher noch eine riesige Schokotorte zu kaufen, denn zum Lunch gab es nichts und Hunger macht sich breit. Max bekommt seinen Mittagsschlaf und Jerry macht heiße Schokolade mit Marshmallows. Zusammen mit der über allen Maßen süßen Schokotorte der absolute Zuckerflash. Nach einem Stück sind wir pappsatt und zwar mehr als. Müdigkeit stellt sich ein und jetzt tun wir es Max gleich und verschwinden alle für einen Mittagsschlaf. Nach zwei Stunden wache ich auf und könnte weiterschlafen. Satt bin ich immer noch. Den anderen geht es nicht anders. Trotzdem machen wir uns zum Dinner auf den Weg zum nahegelegenen Italiener. Ein hoch auf das DoggyBag, denn niemand von uns schafft auch nur annähernd seinen Teller leer zu essen. Da der Magen nun noch voller ist und die Müdigkeit nicht wirklich verschwunden, endet der Abend ziemlich früh.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Obama

Es ist 7:30 Uhr, unsere Tür geht auf und Corinna ruft unsere Namen. Max hat heute Schwimmunterricht. Wir können mit. Wir wollen mit. Ein Kaffee muss reichen, um die Müdigkeit zu vertreiben. Ein Kaffe und eine Handvoll Wasser im Gesicht.
Alle sind müde, außer dem Kleinsten. Hat ja auch nicht Football bis spät in die Nacht geschaut. Schweigend fahren wir zur Schwimmhalle. Diese steht in einem Komplex aus Sportplätzen und – Hallen mit integriertem Fitnessstudio. Betrieben wir d die Anlage vom Landkreis und es ist nicht die einzige ihrer Sorte. Ziemlich feine Idee.
Es ist kurz nach 8:00 Uhr am SONNTAG. Es herrscht reger Trubel. Im Fitnessstudio sind reichlich Leute beim Schwitzen. Es ist SONNTAG, 8:00 Uhr. Nun gut, wir sind ja auch hier. Schwimmsachen haben wir schon an, nur dem Kleinsten wird die Wasserfeste Pampers angezogen und natürlich Schwimmsachen. Die Dusche spuckt nur lauwarmes Wasser aus … brrr. Also ab in die Halle. Hui, schön warm. Was nun wiederum von Wasser nicht behauptet werden kann. Nur lauwarm, wenn überhaupt. Aus Max´s Schwimmkurs sind wir die einzigen, d. h. ein Kind und vier Erwachsene. Die Schwimmhalle ist ansonsten gut gefüllt.
Max absolviert sein Programm sehr gut, wird zum ende allerdings etwas ungeduldig, was aber wohl eher an der kalten Wassertemperatur liegt. Uns allen ist aber kalt.
Zu Hause angekommen gibt es erst einmal Frühstück. Jerry macht Kaiserschmarrn. Hmmm… lecker, Zusammen mit dem warmen Kaffee wird uns warm. Auf dem Ausflugsprogramm heute steht die St. Andrews Air Force Base. Hier befinden sich die Flugzeuge des US Präsidenten. Vielleicht haben wir Glück und können einen Blick auf die Maschinen erhaschen. Die Base liegt zwar in Maryland allerdings dicht an Washington D.C., so dass die Fahrt nur von kurzer Zeit ist.
Es ist schon von Vorteil, mit einem ehemaligen Militärangehörigen Besichtigungen zu veranstalten. Zum einen kennt er sich auf den Geländen aus und weiß Geschichten zu erzählen, zum anderen kommt man erst so zu der Möglichkeit keine Militäreinrichtung zu besichtigen.
Die Base ist riesig. Nun ja es befindet sich nicht nur ein vollwertiger Flughafen darauf, sondern auch ein bzw. DER Golfplatz des Präsidenten, errichtet von deutschen Kriegsgefangenen des 2. Weltkrieges. Die Base wirkt am Sonntag wie ausgestorben. Wir fahren Richtung Flugplatz. Der Weg Richtung Hangar, in welchen, wie Jerry zu berichten weiß, sich insgesamt drei AirForceOne befinden, bleibt allerdings versperrt. Kein Durchkommen. Wir fahren um den Flugplatz herum um eventuell von der anderen Seite einen Blick erhaschen zu können. Aber wir bekommen nur einige Regierungs- und Militärmaschinen zu sehen. Allerdings können wir von der anderen Seite des Flugplatzes den Präsidenten-Hangar sehen. Im vergleich zu den Hangars nebenan wirkt dieser unbeschreiblich groß. Ein riesiges Monstrum.
Wir fahren weiter und steuern auf den Golfplatz zu. Plötzlich herrscht betriebsame Hektik. Fahrzeuge der Militärpolizei spucken alle paar Meter Soldaten aus, die am Straßenrand stehen bleiben. In einer Seitenstraße des Golfplatzes steht eine Kolonne schwarzer Limosinen. Dann auf dem nahegelegenen Parkplatz ein unbeschreiblicher Haufen an schwarzen SUV´s. Alle vom Secret – Service. Überall laufen Agenten des Secret – Service umher. Keine Frage, für uns steht fest, Obama ist beim Golf spielen und wir sind auch da. Da dieses Ereignis nicht zu toppen ist, verlassen wir die Base. Jerry noch, dass zu Zeiten von George W. Bush wurden als Sicherheitsvorkehrungen bei einem Besuch des Präsidenten auf der Base Scharfschützen in den Bäumen postiert.
Es ist eigentlich noch früh am Tage und so machen wir uns auf den Weg zu einer neu errichteten Anlage am Potomac River. Lauter Appartements, Hotels und Geschäfte befinden sich in diesem Areal. Alles wirkt edel und fein, schickimicki oder fency schmency auf amerikanisch. Der Charakter wird durch die erschwerte Parkplatzfindung noch unterstützt.
Wir flanieren so umher, genehmigen uns eine Kaffee,
dessen Zubereitung so lange dauert, dass man den Eindruck gewinnt die Kaffeebohnen müssen erst gepflückt werden und gehen anschließend am Wasser entlang. Am Strand, mit Jachthafen, ist ein Neptun vergraben.
Ein riesiges gläsernes Konferenzzentrum mit mehrstöckigen Atrium bildet den architektonischen Höhepunkt.
Zum Dinner gibt es amerikanische HotDogs, Maccaroni & Cheese und die Reste vom Chili. Da Jerry am Montag frei hat, Feiertag – Columbus day, machen wir uns einen Video- und Spieleabend. Als Film gibt es „Operation Walküre“ und anschließend gehen wir in den Keller und spielen Billard, Kicker und Dart.Spät in der Nacht gehen wir ins Bett.

Samstag, 10. Oktober 2009

Innerhalb short time

Heute stehen wir mitten im Urlaub (un-)freiwillig um 7:30 Uhr auf bzw. lassen uns wecken. Ich meine es ist Samstag, der erste Tag vom Wochenende. Zum Frühstück gibt es Cerialien, denn es muss alles ziemlich zügig gehen. Schnell duschen und um 9:00 Uh geht es los.
Ab zum Air & Space Museum. 10:00 Uhr mach es auf, da wollen wir da sein.
Alles klappt und noch vor der Öffnung sind wir da. Das Museum ist ganz neu und befindet sich am Dulles Airport. Die Ausstellungshalle gleicht einem riesigen Flugzeughangar. Zu Recht, denn im Inneren steht ein Flugzeug neben dem Nächsten. Einmal quer durch die Geschichte der Fliegerei. Von den Anfängen (Gebr. Wright) über Militärflieger (1. & 2. Weltkrieg), auch neue (F14 / 18), Verkehrsmaschinen (Ju52 / 3m; Boeing 707; Concorde) bis hin zur Raumfahrt (Space Shuttle).

Die Flugzeuge sind alle echt und zeugen von der rasend schnellen Entwicklung. Gerade bei den Militärfliegern wundere ich mich wie weit die Entwicklung in den 60er / 70er Jahren vorangeschritten war. Man steht direkt vor einer Concorde, darf sie zwar nicht anfassen, aber bekommt seltene Einblicke. Aber auch kleinere Maschinen sind ausgestellt die für Sport, Geschäfts- oder Privatzwecke genutzt wurden. Besonders beeindruckend ist aber das echte Space Shuttle, namens „Enterprise“.
Zwar handelt es sich nur um einen Prototypen bzw. eine Testmaschine, doch diese Nähe, diese Größe, einfach Wahnsinn.
Am Museum befindet sich auch ein Tower, von dessen Aussichtsplattform der nahe gelegene bzw. angrenzende Dulles Airport bestaunt werden kann. Ein Wermutstropfen bleibt, da am Vormittag fast ausschließlich inländische, kleine Maschinen landen. Die großen Europäer landen erst am Nachmittag.
Dann sind wir eigentlich fertig, bereit zu gehen, doch Max schläft tief und fest. Lassen wir ihn also lieber mal schlafen. Die Zeit vertreiben wir uns im Museums-Shop (wirklich lohnenswerte Käufe möglich), bei McDonalds (der neue Angus Beef Burger ist sehr empfehlenswert) und bei den Flugzeugen (direkt unter der Concorde).Wieder zu Hause ist nur noch relaxen angesagt, sowie die standesgemäße Vorbereitung des Football-Abends. Die Florida Gators spielen und die Beck´s schmeißen sich in ihre Fankluft. Dazu gibt es Chili und ab 20:00 Uhr wird gefiebert was das Zeug hält. Pro Quarter wird ein Bier ausgeschenkt und gegen 23:30 Uhr haben die Gators gewonnen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Shopping

Heute starten wir etwas relaxter in den Tag. Wir wollen „nur“ Einkaufen. Max braucht neue Socken. Corinna schlägt Potomac Mills vor, ein Einkaufszentrum mit Factory-Outlet-Läden.
Wir düsen los und sind bereits gegen 10:00 Uhr da. Gerade zur richtigen Zeit, denn die Läden machen jetzt auf. Dementsprechend leer ist alles. Das Einkaufszentrum zieht sich endlos lang und ein Klamottenladen reiht sich an den nächsten. Die Preise sind unschlagbar günstig. Unser Sortiment an Tüten wächst mit jedem weitern Abschnitt. Irgendwann, wir haben erst die Hälfte geschafft, beginnt Max Hunger zu kriegen oder müde zu werden. Jedenfalls quengelt er herum, so dass wir den geordneten Rückzug antreten. Kurzer Stopp beim Elektronikladen um frisches Futter für die Kamera zu besorgen und dann ab nach Hause. Corinna bringt Max in sein Bett zum Mittagschlaf, während Angela und ich etwas essen und entspanne, ist ja schließlich Urlaub. Anderthalb Stunden später steht Corinna völlig entnervt mit Max unten, weil der kleine nicht schlafen will. Stattdessen hat er Hunger. Corinna kommt wieder nicht zu ihrer Arbeit und „normale“ Sachen, also Nahrungsmittel, müssen wir auch noch Kaufen.
Max isst, Corinna arbeitet ein wenig und gegen drei Uhr am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu Ft. Belvoir um im Commisairie einzukaufen. Vorher holen wir im Schnapsladen gegenüber Alkohol, um auch an den restlichen Abenden etwas zu trinken zu haben ;-)
Im Supermarkt schlendern wir zwischen den Reihen umher. Plötzlich steht eine kleine, fette Frau vor uns. Das Gesicht versperren Maxiflaschen von Soda und Limonade. Ihre Freundin, wahrscheinlich ähnlich fett, ist mit dem gemeinsamen Einkaufswagen abgehauen. Endlich am Wagen angekommen wird der Dickmacherkram aber nicht im Wagen verstaut. So wie es 99,9% der Menschen tun, sondern auf diesen kleinen Teil, wo normalerweise Kinder ihren Platz finden. Bloß nicht zuviel Anstrengung . Ist wahrscheinlich auch besser so, denn das arme kleine Herz würde wahrscheinlich bei der geringsten Anstrengung das Schild „Out Of Order“ raushängen und die kleine, fette Frau wäre Geschichte.
Dieses Land ist Menschen- bzw. Körpertechnisch schon recht merkwürdig. Entweder sind die Menschen unförmig dick oder aber unförmig dünn. Eine gute, stabile und normförmige (Körper-)Mitte scheint nicht existent. Sei es drum. Der Einkauf ist erledigt und wir fahren nach Hause. Corinna parkt bereits zum zweiten Mal an diesem Tag alleine in die Garage en. Ich sitze im Auto und helfe, Angela gibt von draußen Abstände zwischen Auto und Garageneinfahrt durch. Meine kleine Schwester ist stolz auf sich. Am Abend fahren wir nach Alexandria (Old Town) in einen Laden der Fish & Chips anbietet. Josh hat heute Geburtstag (er wird 23) und hat sich zur Feier des Tages diesen Laden ausgesucht. Der Verdacht besteht, dass Jerry seine Hand im Spiel hat bei der Ladenfindung. Er streitet allerdings jede Beteiligung ab.

Sei es drum, jetzt sind wir hier. Der Laden ist klein und hat den Charme eines gepflegten Imbisses. Wir bestellen Fish & Chips in Papiertüten sowie frisch gezapftes Guinness. Zum Dessert gibt es frittierte Schokoriegel. Eine fettige Zuckerschicht umzieht den Schokoriegel und verleiht uns einen Zuckeroverkill.
Zum Abschluss des Tages spazieren wir ein wenig durch Old Town in dessen Straßen das Leben tobt.

Die Heimfahrt fordert all unsere Nerven, da Max unentwegt schreit und keine Ruhe gibt. Er will auf Mamas Arm, doch Mama fährt. Das Guiness bzw. der Wein zum Ausklang lässt uns alle etwas runterfahren.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Fischies

Jerry hat heute wieder frei. Eigentlich auch ein schöner Arbeitsrhythmus. Arbeiten, frei, arbeiten, frei und am Samstag und Sonntag ebenfalls frei. Nun denn. Heute geht es nach Baltimore. Jerry hatte im Vorfeld Karten für das dortige Aquarium besorgt. Angela steht volle Granate auf Unterwasserwelten hinter Glas und so machen wir uns auf den Weg.
Die Fahrt dauert ca. 1 ½ Stunden und führt uns an Washington vorbei, so dass man einen kleinen Blick erhaschen kann.

In Baltimore parken wir direkt am Hafen. Ringsrum sind Bürogebäude und Hotels. Ein wirklich schöner Anblick da alles neu und sauber ist. Wir schlendern am Hafen entlang. Im Hafen liegen zur Besichtigung ein altes U-Boot mit Haifischmaul und ein altes Feuerwehrboot, sowie die Constellation, das Schwesternschiff der Constitution, ein altes hölzernes Kriegsschiff aus der Zeit der Civil Wars.

Das Aquarium befindet sich, fast schon logisch, ebenfalls direkt am Hafen. Fast am Anfang befindet sich ein riesiges Wasserbecken mit riesigen Rochen, Schildkröten und anderen Meeresgetier.
Das Aquarium zeigt im Hauptteil auf vier Ebenen verschiedene Meereswelten, beginnend mit Gewässern und deren Bewohnern in der näheren Umgebung, bis hin zu Südseewelten samt Getier. Höhepunkt ist die Nachbildung des tropischen Regenwaldes. Auf dem Weg nach unten führt der Weg durch das im Eingangsbereich befindliche Aquarium Hier habe ich das Gefühl, die Meeresbewohner schwimmen direkt um einen herum. Ein extra Haifischbecken bringt einen ganz dicht an diese gefährlich aussehenden Tiere heran. Den Haien können direkt ins Maul gucken. Faszinierend!
Ein weiterer Bereich des Aquariums zeigt ein Delfinbecken, vor allem Max faszinierend findet, wenn die Delfine dicht an uns vorbeischwimmen.
Ebenfalls in diesem Teil befindet sich eine Ausstellung die sich nur mit Quallen befasst und „Jelly Invasion“ heißt.

Der dritte und letzte Abschnitt heißt Australien und ist rech kurz und unspektakulär, sowie mit einer Ebene auch recht klein. Hier liegt allerdings das Hauptaugenmerk auf die Nachbildung des australischen Busches. Wieder an der Oberfläche und zurück am Hafen von Baltimore statten wir dem Hardrock Café einen Besuch ab.
Es gibt Hamburger und zum Nachtisch eine Milchshake. Puh, sind wir hinterher pappsatt. Eigentlich schon mehr als das. Wir alle platzen
Der Verdauungsspaziergang am Hafen kommt zwar ganz rech, bringt aber keine wirkliche Linderung. Max und Jerry vergnügen sich auf einem Platz mit Springbrunnen direkt aus dem Boden. In Baltimore selbst befinden sich gerade ziemlich viele Juden, alle sehr jung und bereits Eltern. Die Suche im Internet bringt allerdings kein Ergebnis, ob sich derzeit in Baltimore eine Veranstaltung befindet, bzw. welcher religiösen Richtung diese Mitmenschen angehören.Wieder zu Hause angekommen streicheln wir uns unsere vollgefressenen Bäuche.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

UnAmerikanisch

Heute ist der Tag an dem Angela und ich mal auf eigene Faust los wollen. Die Nacht ist mal wieder früh zu ende. Irgendwie klappt es hier nicht mit dem Ausschlafen. Nun gut, wenn um 6:00 Uhr hier 12:00 Uhr deutsche Zeit ist, dann sind wir doch irgendwie schon so ein bisschen Langschläfer.
Das gute am nicht so lange schlafen, ist das frühe hier loskommen.
Corinna fährt uns zur U-Bahn und mit dem Tagesticket geht es rein in die Metropole
Nette Menschen helfen uns bei der Benutzung des Tickets und der Rest klappt auch wie von allein.
Da heute der 7. des Monats ist, steht an erster Stelle der Besuch einer Kirche und das Anzünden einer Kerze. Ausgesucht haben wir uns die National Cathedral. So ganz genau wissen wir nicht wo sie liegt und welche Metrostation am günstigsten liegt. Drei verschiedene stehen zur Auswahl. Entschieden haben wir uns für die Mittlere.
An der Oberfläche angekommen, gucken wir etwas fragend. Angela meinte, die Kathedrale ist bestimmt nicht zu übersehen, da sie ja so groß ist. Tendenziell ein guter und richtiger Gedanke, der sich allerdings zwischen großen Häuser stehend und mit Hügeln drum herum in Luft auflöst. Eine Karte am Straßenrand soll Klarheit bringen. Dumm nur, dass die Kathedrale nicht abgebildet ist. O.K., so ungefähr wissen wir die Straße und machen uns zu Fuß auf den Weg / die Suche. Denn einfach auf dem Fleck stehen bleiben hilft auch nicht und bringt uns vor allem der Kathedrale nicht näher.
Also wandern wir der Nase nach. Vorbei an herrlich schönen Stadthäusern wo wie man sie aus filmen oder Serien kennt. Washington ist doch sehr hügelig und so geht es auf und ab.
Wir laufen geradeaus, links und rechts. Der Weg wird länger und länger, doch haben wir ein gutes Gefühl. Als ein, zwei Touristenbusse unseren Weg kreuzen, glauben wir erst recht auf dem richtigen Weg zu sein, denn die Busse fahren 100%ig zur Kathedrale. Jetzt heißt es, immer den Bussen hinterher.
Und tatsächlich, wenig später taucht die Kathedrale in unserem Blickfeld auf. Wir laufen darauf zu. Mit einem kleinen Umweg erreichen wir unser Ziel.
In der Zwischenzeit zieht ein ziemlich starker Wind auf und ich muss mein Cap festhalten, damit ich es noch bis nach Hause tragen kann. Über einen Seiteneingang gelangen wir in den Imposanten Bau und erblicken sofort kleine brennende Kerzen. Unsere Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet, vor einem verschlossenen Gebäude zu stehen bzw. keine Kerze anzünden zu können. Die Kerze ist angezündet. Jetzt erforschen wir das Innere. Riesig, das ist das Erste was uns einfällt. Irgendwie drückt meine blase und ich beschließe eine Toilette zu suchen. Angela steht in der Mitte und fotografiert. Ich stehe etwas abseits. Die Blase drückt stärker. Jetzt hin zu Angela, das scheint zu weit. Mit einer Handbewegung, welche sagen soll, ich gehe nach vorne, mache ich mich auf den Weg. „Restrooms“ sind ausgeschildert. Ich stürme in die mir gezeigte Richtung und erreiche die Toilette. Zurück am Haupteingang denke ich mir, Angela ist schnell gefunden bzw. sie wird sich schon auf den Weg in den vorderen Bereich gemacht haben. Ein Trugschluss, wie sich jetzt herausstellt. O.K., was tun? Herumlaufen und sie suchen? Vielleicht nicht so toll, dann verpasst man sich. Glorreiche Idee, draußen warten, denn durch den Haupteingang wird sie ja müssen. Vor der Kathedrale suche ich mir ein Plätzchen, hol mir eine Flaschen Wasser aus dem Rucksack und will es mir gemütlich machen. Doch die Gemütlichkeit kommt nicht auf, denn den Wind stürmt ziemlich doll. Die Mütze braucht eine haltende Hand. Nach 10 Minuten gebe ich es auf. Angela ist immer noch nicht da. Allmählich mache ich mir Sorgen. Immerhin hab ich alles im Rucksack inklusive Telefone und Geld. Vorhin sind wir am Seiteneingang rein und nicht am Haupteingang. Vielleicht wartet Angela dort. Die Unruhe wächst. Ich gehe wieder hinein. Mache mich auf den Weg zum Seiteneingang. Plötzlich höre ich meinen Namen. Endlich haben wir uns wieder gefunden. Wie machen uns auf den Weg zum Haupteingang. Angela hat mein Handzeichen als ich guck mich mal um gedeutet. Sie hat es getan, alles begutachtet. Ich habe nicht so viel gesehen.
Egal, jetzt machen wir uns auf den Weg zum „Weißen Haus“. Wir müssen nur die Massachusett Ave. Hinunter, immer geradeaus. Der Weg führt vorbei am Botschaftsviertel. Eine Botschaft grenzt an der anderen.
Manche schön (Finnland), manche schäbig (Pakistan). Der Weg ist weit und nach gefühlten drei Stunden Fußmarsch erreichen wir das weiße Haus.

Eigentlich wäre jetzt Lunchtime, doch die Menschen der umliegenden Büros stürmen aus den Gebäuden. Also begnügen wir uns fürs Erste mit Süßkram und Wasser von zu Hause. Das weiße Haus ist ziemlich lütt. Wenn man z.B. das Kanzleramt sieht, wirkt das weiße Haus eher wie ein Nebengebäude davon. O.K. Wie ein ziemlich hübsches Nebengebäude.

Anschließend gehen wir zum Washington Monument. Der Tag ist ziemlich heiß und sonnig. Mit unseren langärmligen Shirts sind wir eindeutig falsch angezogen.
Am Washington Monument tobt ein regelrechter Sturm. Man kann sich beinahe schräg in den Wind stellen. Wegen des Windes ist die Fahrt nach oben leider nicht möglich. Schaden, denn wir wollten gern über Washington schauen.
Auf dem Weg zur „Mall“ müssen wir uns erst einmal orientieren und ausruhen. Allmählich macht sich dieser unamerikanische Fußmarsch bemerkbar. Wir hätten ja auch mit der Bahn fahren können wenn wir schon kein Auto bzw. Keine Fahrer haben.
Wir beschließen zum FBI Hauptgebäude und zum National Archives zu gehen. Beim FBI machen wir von der gegenüberliegenden Straßenseite ein Foto. Im National Archives schauen wir nur die Unabhängigkeitserklärung und andere Dokumente an.
Die Füße schmerzen, es ist heiß, wir sind kaputt. Kurzer Telefonanruf bei Corinna mit der Info, dass wir jetzt los fahren.
Corinna sammelt uns ein und wir sind froh zu Hause die Füße hochlegen zu können.Zum Dinner geht’s zum Inder mit lecker scharfen Gerichten und einer lecker Bauchtänzerin

Dienstag, 6. Oktober 2009

Höhlenmenschen

Um es mal so zu sagen, die Nacht endete zu fast schon humaner Zeit, so gegen 8:00 Uhr. Soll die Zeitumstellung etwa keine Rolle mehr spielen?
Heute steht Höhlenbesichtigung auf dem Programm. Wir müssen dafür etwas gen Westen reisen. Jerry hat frei und spielt den Fahrer. Die Höhlen liegen in Luray ca. 1 ½ Autostunden von uns (Lorton) entfernt. Die Fahrt führt ins Amerika so wie man es eigentlich kennt. Weite Landstriche, zwischendurch ein Haus, teilweise alte, kleine heruntergekommene Wohneinheiten (weil Häuser kann man diese Gebilde schon nicht mehr nennen). Die Autos werden immer größer und amerikanischer. Die Höhlen liegen in Luray und heißen Luray Caverns. Passt ja irgendwie ;-)
Vor dem Eintreten stärken wir uns vor Ort. Lecker fettige Burger und Pommes. Gut geht anders. Die Höhlen selbst sind wirklich sehr sehenswert. Es sind Tropfsteinhöhlen mit Stalagmiten und Stalaktiten.
Trotz deutschen Audiokommentar über Kopfhörer habe ich den Unterschied wieder vergessen. Die Führung durch die Höhlen sind wirklich gut. Jeder Besucher bekommt ein Gerät mit Kopfhörer ungehängt und kann sich mit Hilfe von am Weg angebrachten Nummern alles über die Höhle erzählen lassen. Dieses Angebot existiert auch in Deutsch, so dass wirklich keine Information verloren geht. Das Echo hallt wirklich gut und von jüngsten bis zum ältesten Mann ausgiebig getestet.
Diesen Besuch kann man wirklich weiterempfehlen. Im Preis inbegriffen ist auch ein Besuch im angrenzenden Automuseum, welches einige alte Exponate zeigt. Der Besuch ist jedoch entbehrlich.
Die Heimfahrt wird rech anstrengend, da Max ununterbrochen weint.
Am Abend verspeisen wir Pasta mit Tomatensauce, gucken amerikanische Serien und trinken, dank Jerry, amerikanisches Bier.

* Stalaktiten = von der Decker der Höhle hängend
Stalagmiten = vom Boden hängendEselsbrücke: StalagMit -> das M sieht aus wie vom Boden emporwachsenden Tropfsteine

Montag, 5. Oktober 2009

Relax

Am Montag steckte noch immer die deutsche Zeit in uns. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir im Urlaub um 6:00 Uhr aufwachen und wach sind. Es gibt keine andere logische Erklärung. Wirklich nicht!
Da Corinna und Max nicht die deutsche Zeit in sich tragen, stehen beide etwas später auf. Endlich können wir frühstücken. Ich freue mich auf ungesundes Weißbrot. Aber bitte, was ist das? Brot mit Körner, Vollkorn und all so Zeug. O.K., kein amerikanisches Bier im Haus ist die eine Sache, aber so völlig den amerikanischen „Lebensstil“ missachten. Ich bin (kultur-)schockiert.
Egal, das Frühstück schmeckt trotzdem. Mittlerweile ist es halb zehn und wir wollen noch ins Pentagon. Vorher müssen wir noch waschen, anziehen und zur Metro fahren. Punkt halb zwölf stehen wir davor, denn wir sind mit Jerry zum Lunch verabredet. Im Pentagon. Die lassen uns sogar rein. Mit offiziellen Ausweisen dürfen wir durch die Gänge schlendern. Aber immer nur in Begleitung von Jerry.
Hinter dem Eingangsbereich sicht das Pentagon aus wie ein Einkaufszentrum. Überall sind Läden, Banken und so kram. Der Essensausgabebereich hat nicht mit einer deutschen Kantine gemein. Neben Subway, sind BurgerKing und andere Ketten vertreten. Wie entscheiden und für ein Sandwich von Subway.
Jetzt kann man etwas ganz typisches erleben. Amerikaner sind ziemlich relaxte Leute. Ob auf der Straße im Auto, im Supermarkt oder wo auch immer, alles ist relaxt. Am Futtertrog NICHT! Alles muss schnell, schnell, schnell gehen. Du hast kaum Zeit dir dein Sandwich richtig auszusuchen. Da es ja nur das Sandwich gibt, sozusagen als Grundlage, musst du auch ganz schnell die von dir favorisierten Zutaten nennen. Bei der Soße mach ich dann schlapp und will nicht mehr. Mein Sandwich schmeckt bestimmt auch so gut. Relaxen wäre auch hier angebracht. Ist doch Mittagspause. Kurz Erholen du nicht in größere Hektik verfallen.
Damit Max etwas herumlaufen kann gehen wir noch in Jerrys Büro um dort zu essen. Dies ist vollgestellt mit Geschenken. Überall liegt etwas herum.
Nach dem Mahl schlendern wir etwas durch die Gänge auf dem Weg zum 9/11 Memorial. Überall an den Wänden in den Fluren ist die amerikanische Militärgeschichte dokumentiert. Je nach Army, Navy, Air Force noch einmal ganz speziell. Im Memorial stehen alle Namen der Opfer an der Wand. Ein Kondolenzbuch ist ausgelegt und Pergamentpapier, um sich von der Wand die Namen abzupausen.
Anschließend gehen wir nach draußen, wo sich eine weitere Gedenkstätte befindet. Eine ganz offizielle, welche auch von anderen Besuchern, welche nicht ins Pentagon können, besucht werden kann.
Die Stätte ist genau an dem Ort, an dem das Flugzeug ins Pentagon geflogen ist. Jerry zeigt uns das Fenster seines früheren Büros. Genau da ist es rein. Zum Glück war er nicht da.
Dann flitzen einige dicke schwarze Autos an uns vorbei, vermutlich der Verteidigungsminister. Jerry muss nun mal wieder etwas tun und wir fahren wieder nach Hause. Max ist quengelig und geht erst einmal ins Bett. Doch auch nach seinem Mittagsschlaf bleibt er unruhig. Armer kleiner Kerl, Zähnekriegen ist nicht schön.

Der Abend rückt näher und beim zusammensuchen der Zutaten für die Pizza stellen wir fest, kein Käse im Haus. Anschie und ich machen uns zu Fuß zum nächsten Supermarkt auf den Weg. Ja, schön einkaufen. Und es gibt ganz wundervolle Dinge. So ungesunde noch dazu. Herrlich. Die Einkaufsliste wird prompt um die Sachen erweitert, die wir so tragen können, d.h. weiches, weißes Toastbrot, lecker Schokolade und Dosencola.
Als wir heimkommen ist Jerry auch da. Max geht es deutlich besser, die Pizza schmeckt und im TV läuft Dr. House. Die Dosencola hilft nicht gegen die Müdigkeit und so geht’s es bereits gegen neun ins Bett.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Das große Fressen

Naja, eigentlich stimmt der Titel nicht so ganz. Aber seht selbst.
Erst einmal war nach beinahe 12 Stunden schlaf um 8:00 Uhr aufstehen angesagt. Ich persönlich fühlte mich zwar etwas überschlafen, aber wenn der Körper danach verlangt, will ich mich ihn mal nicht in den Weg stellen. Jedenfalls startete ein schöner relaxiger Sonntag. Es gab Kaffee & Crepes zum Frühstück.
Anschließend mit den Eltern telefonieren & duschen gehen.
Dann kam die alles entscheidende Frage: Starten wir die Aktivitäten nach dem Essen und Mittagsschlaf von Max, oder nicht?

Grundsätzlich danach. Doch der kleine Kerl hatte da so seine eigene Meinung. Ist ja auch alles aufregend. Also starten wir ohne Mittagsschlaf. Es geht zum Einkaufen in den Großmarkt, ins Kaufhaus und ins Spielzeugparadies. Diesen Gedanken haben ziemlich viele anderen Amerikaner ebenfalls. Nun ja, ist auch Sonntag und ab morgen geht bei den meisten die Arbeit wieder los.
Irgendwann so gegen 14:00 Uhr packt uns der Hunger. Für den Abend ist Pizza geplant und gleich zu Hause soll es noch Kaffee und Kuchen geben (wir haben 3 Kuchen gekauft). Also kurz was schnelles auf die Faust. Buritos und Tacos sind die Gewinner und eine ganze Mahlzeit. Hui machen die satt.
Eigentlich wollen wir den Einkauf fortsetzen, doch Max fängt an zu quengeln. Kein Wunder so ohne Mittagsschlaf, aber dafür mit Zahnschmerzen und Fieber. Ein Zwischenstopp wird allerdings noch eingelegt. Zu Hause angekommen geht der Kleinste erst einmal ins Bett. Wir machen uns über den Kuchen her. Es ist schon verwunderlich wie viel in eine vollen Magen reinpasst.
Jerry schlägt sich mit Rückenschmerzen rum und versucht diese mit einem warmen Heizkissen zu bekämpfen.
Eigentlich wollen wir noch zum Oktoberfest, doch die Stimmung wird immer relaxter und endet mit Football gucken, Salat essen (statt Pizza) & ein Eis (von Leuten die LSD nehmen – mehr konnte ich mir von der Geschichte nicht merken), auf dem Sofa abhängen und ins Bett gehen.

Samstag, 3. Oktober 2009

Der Abflug

Am 03.10. um 3:00Uhr aufstehen hat nichts zu sagen, ist nicht kausal, aber Realität. Mitten in der Nacht geht es zum Flughafen, und der Flughafen lebt. Massig Menschen, das Leben tobt. Der allgemeine Uhrenvergleich bestätigt es, 5:00 Uhr. Was machen all die Menschen hier?
Am Abflugschalter ist nicht viel los. Dafür muss jetzt alles vom Passagier gemacht werden. Flug eingeben, Boardingkarte ausdrucken, freundlich sein.
Ab jetzt muss sich jeder selber einchecken. Das ist Verbesserung des Services. Du kannst sogar deinen Flug annullieren. Ob dann allerdings unten statt der Bordkarte Geld rauskommt haben wir mal lieber nicht ausprobiert. Die Banderole macht ein überaus freundlicher Angestellter um den Koffer. Mit all seiner Freundlichkeit gibt er uns zu verstehen, dass er genau 1 Minute für uns Zeit hat und den Kofferanhänger jetzt nicht mehr ausfüllen können. Ich bin dein Kunde, ich bezahl deinen Scheiß Job hätte man ihm eigentlich entgegenhalten müssen.
Anschließend wird mit Angelas Eltern noch ganz kurz und nett gefrühstückt, bevor es durch die Sicherheitskontrolle geht.
Der Flug nach Paris ist O.K. Die Sitze sind eng & schmal. Charles de Gaulle liegt ziemlich außerhalb von Paris, so dass ein Blick auf den Eiffelturm uns leider verwehrt bleibt. Dafür ist der Flughafen irre groß. Der Flieger fährt einmal um den Pudding zur Landeposition. Anschließend müssen wir mit dem Bus über den halben Flughafen fahren, um zu unserem Abfluggate zu gelangen.
Dann wir unser Flug aufgerufen. Wir reihen uns brav in die Schlange ein und warten. Nach 10 Minuten des Wartens kommt eine Durchsage: der Flug verspätet sich. Wie jetzt? Der Flieger steht doch schon da. Einfach reingehen, hinsetzen, Startknopf drücken, los geht’s. Eine wirklich freundliche Dame erklärt uns dann, dass in England die Flugüberwachung nicht funktioniert. Ob jetzt der Computer kaputt ist oder die Engländer streiken, ist leider nicht so klar. Jedenfalls wird für die nächsten 3 Stunden nichts passieren. Wir setzen uns und während ich noch eine SMS schreibe beginnt das Boarding. Ähh … muss man jetzt nicht wirklich verstehen. O.K. wieder einreihen in die Schlange. An Bord warten wir allerdings eine Stunde auf den Abflug. Der Pilot wählt eine andere Route. Auf dem Weg zur Startbahn stehen wir wieder in der Reihe. Diesmal lauter Flugzeuge.
Der Flug ist für mich ziemlich schrecklich. Ich habe Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und mir ist übel. Das Essen lädt zu Blähungen ein. Meine Sitznachbarin vor mir bringt ihre Lehne so weit nach hinten, so dass ich ihren Kopf streicheln kann. Schlafen funktioniert auch nicht richtig und irgendwie mach das ganze Sitzen die Glieder steif.

Als wir endlich gelandet sind, freut uns die kurze Schlange bei der Einlasskotrolle. Aber unsere im Internet durchgeführte Prozedur zur Einreise in die USA ist die Bradley, dem nett-nuschelnden Beamten, nicht bekannt. Die grünen Scheine (also nicht das Geld) sind das was zählt. Und der blaue für irgendwas anderes (naja, sie wollen wissen, was wir so mitbringen).
Doch dann sind wir endlich durch. Corinna, Jerry & Max sind da und alles ist gut. Zu Hause angekommen gibt’s erstmal eine Hausbesichtigung zur Orientierung und HotDogs zur Stärkung (der Männer). Anschließend frisch machen und relaxen
Abends wird gegrillt (mmmhhh lecker) und um 20:00 Uhr fallen die Augen zu.
Gute Nacht.